0961 Water Quality: Physical and Chemical Analysis
Beschaffenheit von Wasser- und Abwasserproben
Die physikalischen Eigenschaften und die Art und Menge der chemischen Inhaltsstoffe bestimmen die Qualität und Zusammensetzung des Wassers. Dabei kann es sich um Regenwasser, Abwasser, Überlaufwasser aus Kanalisationen, Bachwasser, Industriewasser und Trinkwasser handeln.
Wasseranalysen können aus verschiedenen Gründen erforderlich werden:
- zur Kontrolle der Wasserqualität
- für die Bemessung von Absetzbecken, Abscheidern, Sieben, Filtern und Flockungsanlagen
- zur Bestimmung der Wirksamkeit von Regenwasserbehandlungsmaßnahmen oder -anlagen und Kläranlagen im Misch- und Trennsystem
Analysenprogramm
In unserem eigenen Labor können alle einschlägigen physikalischen und chemischen Parameter von Wasser- und Abwasserproben mit Analysenverfahren und -geräten bestimmt werden.
Physikalische Parameter
Absetzbare Stoffe
Der physikalische Parameter „Absetzbare Stoffe” wird nach DIN 38409 /1/ im konischen Sedimentierglas nach Imhoff nach zwei Stunden Absetzzeit ermittelt.
Die Bestimmung des Volumenanteils der absetzbaren Stoffe dient in erster Linie der Überwachung von Kläranlagen und Abscheidern und der Beantwortung praktischer Fragen der Gewässerreinhaltung.
Abfiltrierbare Stoffe, Trockensubstanz und Glühverlust
Die physikalischen Parameter „Abfiltrierbare Stoffe”, „Trockensubstanz” und „Glühverlust” werden in Anlehnung an die Norm DIN 38409 /1/ ermittelt.
Die Untersuchungen werden durchgeführt, um den Gehalt und die Zusammensetzung eines Wassers an ungelösten partikulären Inhaltsstoffen zu bestimmen.
Die Trockensubstanz erhält man, wenn den abgesetzten oder abgefilterten Stoffen bei 105 °C im Trockenschrank die Feuchtigkeit entzogen wird.
Der Verlust beim Glühen bei 550 °C erlaubt eine Aussage über den Anteil der in der Trockenmasse enthaltenen organischen Stoffe.
Leitfähigkeit, pH-Wert und Temperatur
Leitfähigkeit, pH-Wert und Temperatur werden mit Spezialsonden und Thermometern gemessen.
Die elektrische Leitfähigkeit ist eine einfach zu messende Größe. Der Trockenwetterabfluss in Abwasserkanalisationen hat in der Regel eine sehr hohe Leitfähigkeit. Sinkt die Leitfähigkeit ab, ist die Ursache oft eine Vermischung des Abwassers mit Regen- oder Fremdwasser.
Der pH-Wert ist eine wichtige Messgröße in Gewässern. Steigt er in den alkalischen Bereich (pH_>_7), wandelt sich das Ammonium zum giftigen Ammoniak.
Korngrößenverteilung
Die klassische Methode zur Bestimmung der Absetzbarkeit von Schmutzpartikeln ist die Korngrößenbestimmung durch „Siebung”.
Der Gehalt an groben mineralischen Partikeln im Sediment, Abwasser oder Gewässer wird gut mit Sieblinien beschrieben. Je nach Anwendungsfall werden die Sedimente nass oder trocken nach DIN 18123 gesiebt. Wir haben die erforderlichen Siebsätze in unserem Labor.
Absetzbarkeit
Die in unserem Hause entwickelte Methode der „fraktionierten Sedimentation”, siehe auch, liefert eine Aussage mit neuer Qualität über die Absetzbarkeit von partikulären Stoffen im Wasser, insbesondere vom Abwasser.
Die fraktionierte Sedimentation eignet sich z. B. sehr gut für die Bemessung und Kontrolle von Regenwasserbehandlungsanlagen im Misch- und Trennsystem.
Bei der Sedimentation in einem wassergefüllten Zylinder, werden die absetzbaren Feststoffe in Klassen mit Sinkgeschwindigkeiten zwischen 0,01 cm/s bis 17,5 cm/s fraktioniert. Addiert man die Häufigkeitsverteilung der Volumina bzw. die Gewichte der Trockensubstanz jeder Fraktion auf, erhält man Absetzkurven. Da die Werte von der schnellsten Fraktion beginnend addiert sind, ist die Absetzkurve eine Summenkurve der Überschreitungshäufigkeit der Absetzgeschwindigkeiten.
Chemischer Sauerstoffbedarf CSB
Der CSB wird photometrisch bestimmt. Für die Analyse reichen kleinste Probemengen aus.
Der CSB ist ein zentraler Parameter in der Abwassertechnik. Er ist ein Maß für den Gehalt an sauerstoffzehrenden Stoffen in der Probe.

